AWV Murau - Identsystem und digitale Tourenplanung

Mit Ende 2020 erreichten zahlreiche Einzelverträge zwischen den Gemeinden des AWV Murau und einigen lokalen Entsorgern das Ende ihrer Laufzeit und drohten automatisch zu denselben Konditionen verlängert zu werden. Dies veranlasste den AWV Murau die aktuelle Vergabe der Sammelaufträge für Rest-, Altpapier- und Bioabfall zu überdenken und neu zu gestalten. Anhand eines Vorprojekts sollte ermittelt werden, ob die Sammlung weiterhin mit Einzelverträgen zwischen Gemeinde und Entsorger, oder als Sammelvertrag zwischen dem AWV Murau und den jeweiligen Entsorgern gestaltet werden sollte. Eine dritte Option stellte sogar die Übertragung der Sammeltätigkeiten auf den AWV Muraus als operativen Betrieb dar.•
Das Projekt im Überblick
Einführung Identsystem
Schnittstellen zu Gebührensoftware
Digitale Tourenplanung
Planungsszenarien und Kennzahlenberechnung
Infeo wurde beauftragt, die Rentabilität und die tatsächlichen Kosten unter Berücksichtigung der drei oben ge-nannten Szenarien zu prüfen. Im Rahmen des Projekts wurden bestehende Sammeltouren digital aufgezeichnet und ausgewertet, Sammelstellen und Behälterbestände erhoben und daraus ein digitales geografisches Pla-nungsmodell erstellt, auf dessen Grundlage anschließend Planungsvarianten erstellt und Kennzahlen berechnet wurden. Diese Ergebnisse dienten dem AWV Murau als Entscheidungsgrundlage für die Gestaltung einer neuen Ausschreibung.
Neuausschreibung mit Identsystem
Der AWV Murau entschied sich aufgrund der vorliegenden Ergebnisse dazu, die gesamte Sammlung von Rest-, Altpapier- und Bioabfall über verschiedene Lose aufzuteilen und stellvertretend für die Gemeinden über ein einheitliches Ausschreibungsverfahren neu zu vergeben. Im Rahmen der Ausschreibung sollte auch ein Identsystem eingeführt und die Anbindung an die von infeo entwickelte Software zur digitalen Tourenplanung umgesetzt werden.
Bechippung und Schnittstellen
Mit Hilfe der Tourenplanungssoftware wurden bis zum Beginn der neuen Ausschreibungsperiode 2022 insgesamt 14.000 Behälter bechippt und digital erfasst. Im gleichen Atemzug wurden Schnittstellen zwischen den Gebührensystemen der Gemeinden (K5, Georg, Neuhold) entwickelt und in Betrieb genommen, um laufende Änderungen am Gebührenbestand auch automatisch im Behältermanagement erfassen und in der Tourenplanung verarbeiten zu können. Die Entsorger rüsteten ihre Fahrzeuge mit einem Identsystem der Firma c-trace aus, welches ebenfalls an die von infeo entwickelte Softwarelösung „awm“ angebunden wurde. So schließt sich der Kreislauf aus Informationen, der erforderlich ist, um automatisierte Prozesse in der Verwaltung zu etablieren.
Durch die Einführung des awm systems verfügen wir heute über volle Transparenz bei den Behälterdaten, eine fundierte Datengrundlage für Ausschreibungen und ein automatisiertes Kontrollsystem zur Abrechnung zwischen Entsorgern und Gemeinden. Im Vergleich zu 2019 sanken die Entsorgungskosten 2022 um rund 36.000 Euro - ein voller Erfolg für den Verband und unseren Partner infeo, mit dem wir in Zukunft auch weitere Projekte im Bereich der Digitalisierung umsetzen wollen.
